Die Geschichte der Klosterruine

 

Die ehemalige Klosterkirche in Paulinzella ist eine der schönsten Sehenswürdigkeiten in Thüringen. Als eines der bedeutendsten romanischen Bauwerke Deutschlands, haben sich schon Goethe und Schiller an ihrem Anblick erfreut. In einem kleinen Dorf, welches damals noch den Namen Marinenzelle trug, wurde durch die sächsische Adlige Paulina um 1102 aus einer kleinen Kapelle und wenigen Holzhütten ein Benediktiner-Kloster gegründet. Die Arbeiten am heutigen Kloster-
komplex starteten um 1106. Doch als Paulina 1107 starb, verlangsamten sich die Bauarbeiten. So verließen einige Anhänger und viele Baukräfte das Kloster. Die Weihe des Klosters erfolgte schließlich um 1124. Schritt für Schritt erfolgte der Ausbau des Klosters, welcher in der Mitte des 12. Jahrhunderts mit der Fertigstellung des letzten Abschnittes beendet wurde. Im Verlauf der Jahre konnte sich das Kloster Paulinzella einen recht wohlhabenden Besitz aneignen. Es wurde jedoch nur bis zur Mitte
des 15. Jahrhunderts als Doppelkloster betrieben. Dann wurde es weiter als reines Mönchkloster genutzt. Durch den bald folgenden Bauernkrieg wurde das Kloster um sämtliche Besitztümer beraubt. Mit der Einführung der Reformation unterlag das Koster nun weltlichen Bestimmungen und somit wurde dem Klosterbetrieb um 1534 ein Ende gesetzt. Die Mönche wurden vertrieben und 1564 fing man an die Steine abzubauen und an anderen Orten als Baumaterial einzusetzen. Dies und
die Witterung trug zum raschen Verfall der Ruine bei. Ab Anfang des 19. Jahrhunderts begann man mit Maßnahmen, die den Erhalt des Andenkens sichern. So sollte diese Sehenswürdigkeit noch lange für die Nachwelt zugänglich sein. Die Ruine kann so jeden Tag kostenlos besichtigt werden.